Toscana und Ferien auf dem Bauernhof

Mit einem nicht erwähnenswerten Zwischenstopp bei Camping Calypso in Pedaso, idyllisch gelegen zwischen Bahnstrecke und Schnellstrasse (!!) gings weiter Richting Toscana.


 Unser erster Stopp Anghiari hat uns sofort begeistert. Zum einen ist die Landschaft einfach sehr schön, sattgrüne Hügel, nette Häuschen und Burgen darauf. Zum anderen sind wir direkt in einen 1.Mai Stadtfest-Handwerksmarkt geraten und hatten dementsprechend viel zu gucken. Historische Fanfaren und Boten inkl.. Wir wissen leider bis heute nicht, was genau dort verkündet wurde. Vermutlich das geschichtliche Ereignis auf das die Anghiriarer laut Reiseführer, diversen Denkmälern und Infotafeln noch heute besonders stolz sind: Den Sieg der Florentiner gegen die Mailänder vor den Toren und mit Hilfe von Anghiari.
Übernachtet haben wir auf einem netten Agritourismo mit Stellplätzen, fussläufig in die Stadt.
Das Wetter ließ auch hier zu wünschen übrig, aber aus irgendeinem Grund störte uns das nicht ganz so sehr, roch es doch nach dem Regen so schön frisch und fast olivig. Zumindest wenn man es sich einbildet.


Ein Tag reicht locker für Anghiari, deswegen fuhren wir am nächsten Tag weiter nach Siena, mit einem sehr feinen Zwischenstopp in Arezzo. Auch hier hatten wir wieder das Glück der Unvorbereiteten, weil an jedem ersten Wochenende im Monat in der mittelalterlichen Altstadt der größte Antiquitätenmarkt der Toscana stattfindet. Tja und es war der erste Samstag im Mai und wir früh genug unterwegs, dass wir auch noch einen Parkplatz fanden.


      In Siena bekamen wir das erst mal einen Eindruck davon, wie sehr es normalerweise von Touristen wimmelt hier in der Toscana. Der Campingplatz war so voll wie kein anderer zuvor und durch die sehr beeindruckende Stadt schlenderten wir gemeinsam mit diversen Reisegruppen, Schulklassen und kulturinteressieren Individualtouristen. Und wir dazwischen hatten das Gefühl, wir schummeln uns mal unter die Kulturtouristen, haben uns stilecht den schwarz-weiß gestreiften Dom angeschaut, uns von der Weite des Palazzo Pubblico(laut Reiseführer: Der schönste Platz Italiens) beeindrucken lassen und die schlechteste und teuerste Pizza unserer Reise gegessen.


    Und jetzt sitzen wir im Sonnenuntergang auf dem wunderschönen Agritourismo Nonna Stella bei Bibona, zwischen Olivenbäumen und Zypressen, nachdem wir vorhin unseren Salat frisch selber geflückt und Würstchen auf Olivenholz gegrillt haben und wir morgen früh beim Hühnerstall wieder frische Eier abholen können, nachdem wir die erste Runde im Pool gedreht haben. Hier bleiben wir noch ein bisschen. 

Apulien und das Aprilwetter

Diesmal gibt es einen Bericht zu einer ganzen Region. Das hängt zum einen damit zusammen, dass wir Apulien nur punktuell spannend fanden, zum anderen damit, dass wir ein bisschen fauler und gleichzeitig mehr auf der Straße waren. Und dass wir gerade ein bisschen schreibfaul sind.

Pistazieneis Nr.12 (Gallipoli)
In Gallipoli schaut man aufs Meer
 Unseren Start haben wir in Gallipoli gemacht, das kleine Örtchen liegt ganz südlich im Stiefelabsatz. So klein ist es auch gar nicht, aber klein ist das Centro storica, die historische Altstadt, durch die es sich wunderbar spazieren ließ. Und gutes Eis (na klar, Pistazie) gab es hier auch. Der Campinplatz La Massera, etwas außerhalb, am Strand gelegen, wirkte auf den ersten Blick nicht besonders, war aber so nett, dass wir hier wieder viel Zeit mit Rumhängen verbracht haben. Ein bisschen Luxus zwischendurch: In der Nebensaison kriegt man den Schlüssel zum eigenen Bad beim Checkin mit dazu.

endlich Leben in der Stadt (Lecce)
Caponata
 Weiter ging es nach Lecce. Hier hat es uns sehr gut gefallen, nette Atmosphäre, tolle Altstadt (Barock), interessante Menschen unterwegs. Und Foursquare sei mal wieder Dank haben wir ein total tolles kleines (hippes) Restaurant gefunden, mit diversen Craft Beers auf der Karte, Weinen aus der Region und leckerstem Essen. Ein echtes Highlight!

Mit einem Übernachtungsstopp in Monopoli (Nein, nicht im Hotel) ging es weiter nach Bari, bislang die größte Stadt für uns. Nach Neapel die größte Süditaliens. Hier haben wir Philipps Cousine getroffen und sind mit ihr durch die Touri-Altstadt gestreift. Sehr hübsch, mit Meerblick und dem Grab des Heiligen Nikolaus.

peace out San Nicola
Nach einem Wegabstecher in ein weiteres Centro Commerciale, übernachteten wir das erste Mal auf einem Agritourismo (in Bescegli) und einem sehr sehr schönen noch dazu. Zwischen Olivenbäumen, Gemüsebeeten und dem Gänsegehege -alles sehr idyllisch. Olivenöl von dort haben wir natürlich sofort eingepackt.

Agricampeggio unter Olivenbäumen
Castel del Monte
 Von dort aus war es nicht weit zu einem geschichtsträchtigen Tagesziel, dem Castel del Monte, 1240 in Auftrag gegeben von Friedrich II. Er begegnet uns nun schon zum zweiten Mal auf unserer Reise, er war nämlich auch mal König von Sizilien. Um das Castel ranken sich so einige Mythen. Fängt schon damit an, dass man sich nicht hundertprozentig sicher ist, zu welchem Zweck das Schloss gebaut wurde. Und welche Symbolik darin wie verbaut ist. Acht Ecken – acht Türme, die jeweils achteckig sind usw.

Nationalpark Gargano
 Unsere letzte Apulienstation war die Küste der Halbinsel Gargano – der Sporen des Italienstiefels. Komplett ein Nationalpark ist die Landschaft hier wieder atemberaubend, schroffe Felsen, weiße Strände, dichte Pinienwälder – wunderschön und für jeden was dabei. Leider war aber das Wetter nicht so recht auf unserer Seite: Regen, Wind und Sonne, eigentlich war alles dabei. Aber die richtig gemütlichen Frühlingstemperaturen blieben leider aus. Und das fängt irgendwann auch bei Totalentspannung an zu nerven, wenn man fast den kompletten Tag draußen verbringt. Unser Abstecher nach Vieste bescherte uns den ersten Spritz auf unserer Reise (endlich!) und eine Ahnung davon, wie es hier in der Hauptsaison wohl aussieht (brechend voll).  

 

Vieste
Zwischenfazit:
13 Pistazieneis
1xYoga
1xMountainbiken