Beachlife in Tropea

    

Die Überfahrt aufs italienische Festland (Die Lobby der Fährbetreiber ist seit Jahren wohl größer als die der Brückenbauer) konfrontierte uns ganz direkt mit der Flüchtlingssituation in Süditalien. Wohlgemerkt, wir befinden uns zeitlich vor den aktuellen Hiobsbotschaften aus dem Mittelmeer. Neben uns auf der Fähre parkte ein Bus, der ganz offensichtlich Flüchtlinge transportierte, die es übers Meer geschafft haben. Der Busfahrer trug Mundschutz und Gummihandschuhe, der begleitende Polizist seinen Mundschutz zumindest um den Hals gehängt. Über den Sitzen waren Plastiküberzüge gestülpt. Die jungen Männer gingen unruhig auf der Fähre hin und her und fragten beim Begleiter nach Zigaretten.
Eine Daumen-nach-oben-Geste wurde erwidert und mit einem Grinsen begleitet. Hoffentlich wird es ihnen hier besser gehen.

Die Weiterfahrt auf dem Festland Richtung Tropea führte uns über kurvige Küstenstraßen und nette kleinen Dörfchen, aber auch wieder durch triste, verfallene Gegenden, die mehr als deutlich machen, wie arm die Menschen hier eigentlich sind. Die Mehrheit der Leute lebt in Kalabrien noch von der Landwirtschaft, weil es mehr einfach nicht gibt. Viele Fabriken, die durch Staatsbeihilfe gebaut wurden, standen schnell wieder still und leer. Das alles hinterlässt mehr als einen bitteren Beigeschmack.
Wie ich jetzt eine Überleitung zum weiteren Urlaubsbericht herstellen soll, weiß ich nicht. Das bleibt jetzt einfach so stehen.

Die Küste am Tyrrennischen Meer (Westküste) besteht aus sehr beeindruckenden Steilküsten und idyllischen Badebuchten. Klar, dass wir, um zur selbsternannten Perle des tyrennischen Meeres, Tropea, zu kommen, uns zunächst wieder einige Serpentinenstraßen hoch- und runterschrauben mussten. Das hat sich allerdings gelohnt, denn Tropea ist wirklich ein nettes kleines Örtchen. Kleine Verortung: Wir befinden uns in Kalabrien, der Stiefelspitze.

  
  

Unser Campingplatz war ein wirklicher Premiumplatz: Direkt am Strand, kaum was los, direkt neben dem Wahrzeichen der Stadt, der Kirche Santa Maria dell‘ Isola und eine Treppe quasi direkt vor der Tür, die hoch ins Zentrum von Tropea führt. Zwar ohne möglichen Schnickschnack wie Waschmaschine und WLAN – braucht man ja auch eigentlich gar nicht. Dafür hatten wir Sand zwischen den Zehen und Chewie auch gerne mal im Mund.
   
    
Wieder eine Gegend, die mit Delikatessen auf uns wartete, die wir natürlich nicht verstreichen ließen. Im Nachbarort Pizzo wurde das Tartufo Eis erfunden (check), aus Tropea kommen spezielle rote, süße Gemüsezwiebeln, Cipolla rosso (check). Beides sehr lecker.  
Und dann hatten wir endlich mal frischen Fisch auf unseren Tellern. Darf man ja niemandem erzählen, dass wir nun schon fast drei Wochen am Meer rumlungern und noch keinen Fisch gekauft haben. Also direkt von einem Fischer am Strand Sardinen gekauft und in die Pfanne gehauen. Sehr sehr lecker – wenn auch viele kleine fiese Gräten.

  

Frisch von Fischers Fritze
  
Samstag ist in Tropea Markt. Den mussten wir sehen. Also ab die Steiltreppe hoch in den Ortskern und auf italienisch nach dem Markt gefragt: „dov’è il mercato?“ und als Antwort „die Straße hoch, hinter der Tankstelle“ als Antwort bekommen.
Kaum angekommen, waren wir auch schon mittendrin. Jetzt erstmal einen Cappuccino und sich das Treiben anschauen. Wo kauft wer was und wieviel ein?

    

    

    
Mit zwei gefüllten Einkaufstaschen ging es quer durch die Stadt zum zweiten Markt. Kleidung. Diesen überquerten wir schleunigst, schüttelten nur den Kopf und fragten uns, ob Italien wirklich für schöne Mode steht, bogen um ein, zwei Ecken und standen mitten unter Italienern in feinstem Zwirn. Gäste einer Trauung, die vor der Kirche noch schnell eine rauchten oder die Sonne genossen. Und wieder begegnen uns Gegensätze: Die hässliche gewöhnungsbedürftige Alltagskleidung vs. schicker Festgarderobe (Bei uns ist es eigentlich auch nicht anders).

Zwischenfazit: Wasserpumpe repariert, Entspannung genossen, gute 2000 Fahrkilometer. Anzahl der Pistazieneis: 9 (steigerungswürdig).

  

  Stromboli  

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