Giarre, der Etna und das Rätsel der Wasserpumpe

Unser nächstes Ziel war der Etna – mit dem guten Wissen, dass nach oben eine Straße und noch weiter hoch nach Bedarf eine Seilbahn fährt. Dafür Vulkane so hochzusteigen, sind wir langsam einfach zu alt. 

Zunächst aber der nächste Akt im Frischwasserpumpendrama: Die Pumpe war natürlich nicht nach Giarre bestellt worden, somit kämpfte sich Philipp erneut mit Google Translate mit 5 Servicemitarbeitern dazu durch, die Pumpe in eine nächste Werkstatt auf unserem Weg zu bestellen. Nächste Station: Lamenzia Terme in Kalabrien. (to be continued…) 

Verwöhnt von Campingplätzen mit Meerblick, mussten wir uns erst an den Etna-Ausblick gewöhnen. (Der Lido-Zugang war nur über die Straße zu erreichen.) Luxusprobleme. Ansonsten versprüht der Campingplatz Mokambo eher 70er Jahre Charme. Der Charme der sonstigen Gegend versöhnte uns aber mehr als genug damit. Wir kurvten mehr als sonst mit dem Auto (!!) durch Zitronenfelder und kleine Dörfer am Meer, die dem sonst sehr touristisch geprägtem Umfeld völlig fern schienen. Und durch kleinen Bergdörfer am Etna, wanderten durch die Kleinstadt Acireale, natürlich mit Pistazieneis (4 Kugeln + 2kleine Biskuits zusammen 2€ – Babyrabatt) Wieder eine weitere tolle Gegend auf Sizilien.  

    

Dann ging es auf den Etna. Jede Serpentine höher wurde die Landschaft karger und die Aussicht beeindruckender. Plötzlich tauchten im Schatten die letzten Schneereste auf und Autos und Bussen begegnete man kaum noch. Und dann noch eine Kurve und plötzlich ist da ein Ausflugslokal, ein Hotel und ein großer Parkplatz gefüllt mit Reisebussen. Irgendwie erwartbar bei einer Seilbahnstation, aber dann doch irgendwie überraschend. Wir entschieden uns gegen die Seilbahn und kraxelten die beiden Nebenkrater in Fussweite hoch. Und auch das war es schon wert, den Etna nicht nur von unten zu bestaunen. Völliges Kontrastprogramm zu unserem bisherigen Urlaub. 

   

In der Gegend zwischen Lavaküste und Etna spielt auch der charmante und leichte Roman, den ich natürlich nicht in unserer Zeit auf Sizilien geschafft habe. Dieser sei allen ans Herz gelegt, die eine Reise hierher planen, denn er ist gespickt mit netten Alltagsbeobachtungen: „Tante Poldi und die sizilianischen Löwen“ von Mario Giordano. Und den Haupthandlungsort gibt es dort wirklich: Torre Archirafi. (Update: Es entpuppt sich leider langsam als Miss Marple Verschnitt, von einem Mann geschriebene Erzählung über eine Frau – und wie, das gefällt mir manchmal nicht.)

Als letzte Station auf der Insel nahmen wir noch das italienische Disneyland Taormina mit. Die Lage an der Steilküste und der Ausblick auf die malerische Küste sind wirklich toll. Leider besteht der Ort nur aus Touri-Geschäften und 5-Sterne-Ressorts. Ok, einige nette Restaurants in kleinen Gassen. Aber da durften wir definitiv nettere Ecken Siziliens bestaunen. Ok, die Küste dort ist wirklich toll, wir wollen ja ehrlich sein.

Verrückt, der erste Teil ist schon vorbei.  

       

Weiter geht’s nach Topare in Kalabrien – italienisches Festland. Ciao Sizililia.

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