Cefalù und sizilianische Osterfeiern

Orte des Massentourismus sind normalerweise nicht die Plätze unserer Wahl, aber in der Nebensaison ist alles ein bisschen anders und in Cefalù soll es in eben dieser besonders schön sein. Außerdem standen die Wettervorhersagen günstig. Und es hat sich sehr gelohnt!  

Campingplatz Costa Ponente

   

Unser Reiseführer (übrigens sehr empfehlenswert vom Michael Müller Verlag, danke A&F) schreibt, Cefalù sei, weil Touri-Ort, sehr aufgebrezelt, die Häuser der Altstadt besonders schön herausgeputzt. Das stimmt auch, empfanden wir allerdings nicht als negativ. Weil die Stadt einfach schön aussieht. Und dabei nicht künstlich fein gemacht, nicht jedes zweite Haus heruntergekommen, durch die Witterung, den Wind, die Hitze, das fehlende Renovierungsgeld oder Ähnliches. 

Fahrradfahren ist eine Fortbewegungsmöglichkeit, die die meisten Sizilianer mit dem Erwerb eines eigenen Mopeds ablegen. Daran angepasst gibt es hier so gut wie keine Fahrradwege. Was uns nicht davon abhält, trotzdem zu fahren. Denn abgelegenen Seitenstraße gibt es schon, auch wenn zwischendurch meist ein Stück Schnellstraße auf unserem Weg liegt. Eben auf einer solchen Strecke sind wir von unserem Campingplatz Costa Ponente nach Cefalù geradelt – über matschige Feldwege, Bahnschienen, steile Steintreppen (ok, da haben wir geschoben und gehoben).   

Mit dem Rad nach Cefalú

Angekommen, nachdem die Mehrzahl der Italiener freudig auf unseren Fahrradanhänger mit Chewie schauten, grinsten und winkten, stiefelten wir durch die hübschen kleinen Gässchen und statteten dem weiteren Normannendom auf unserem Weg einen Besuch ab. Dieser landete laut Legende übrigens zufällig im Küstenörtchen: Ein Normannenkönig namens Roger kam auf See in ein böses Unwetter und schwor, dort wo er wieder festes Land unter seinen Füßen haben sollte, eine Dom zu bauen.
Das wichtigste unseres Ausflugs: weiteres exzellentes Pistazieneis, Cannolo (süße Teigröllchen) und danach (!) ein leckeres Mittagessen im Chat Noir – Düsseldorf lässt grüßen 🙂 – einer netten kleine Trattoria.   

Typisch Sizilien: Pasta mit Sardellen und wildem Fenchel

Und dann war ja auch noch Ostern: Am Samstagabend rollten die italienischen Familien mit ihren Wohnmobilen auf dem Campingplatz an. Wir hatten schon gehört, dass das Osterfest groß mit der ganzen Familie zelebriert wird – auf das Ausmaß waren wir allerdings nicht recht vorbereitet. Eine Wagenburg nach der anderen baute sich um uns herum auf, Grills wurden ausgepackt, Markisen gespannt, Essenstafeln aufgebaut, Kinderfahrräder ausgepackt. So in etwa Stelle ich mir unser Paderborner Pfingstreffen in 5 Jahren vor (…hätten wir alle Wohnmobile). 

Statt den ganzen Tag dem bunten Familientreiben zu lauschen, bestiegen wir gemütlich den Kalkfelsen, der Cefalù seinen Namen gab. Ein tolle kleine Wanderung mit grandiosem Ausblick, einer Schlossruine und ehemaliger Stadtmauer – hier hat einfach jedes Örtchen eine unglaubliche lange Geschichte. 

Wandergruppe auf dem Rocca

 

Wir genossen noch ein letztes Mal den Ausblick auf den Pool und vorallem die Bucht dahinter, packten im Nieselregen unseren Bus und weiter gehts nach Agrigento.   

Der Gondoliere von Cefalù
  
Ausblick auf Cefalù vom Rocca
   

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