Palermo und die Entdeckung des Pistazieneis

Ja! Wir haben es doch noch nach Palermo geschafft! Danach zu urteilen, wie lange wir immer brauchen um komplett abfahrbereit zu sein, ist das keineswegs selbstverständlich.
Umbauen, umräumen, einräumen, Chewies Essen mitdenken, vorbereiten und mitnehmen, evtl noch unser Essen und Trinken mitnehmen und noch mal aufs Klo, Windeln von Chewie wechseln. Und dann haben wir beide natürlich noch irgendwas vergessen. Beim Campen dauert ja sowieso alles länger, jetzt mit dem Kleenen eben nochmal länger. Wir optimieren, aber im Urlaub beeilen ist irgendwie zu ungemütlich. Wir grooven uns weiter ein. Aber das ist ein anderes Thema. 

 Es sollte ja eigentlich um Palermo gehen. Nach dem Eindruck einiger Campingplatz-Nachbarn und unserem Abendstau-Eindruck bei unserer Ankunft erwarteten wir eine sehr wilde, laute, auch etwas anstrengende Stadt. Die wir dann allerdings gar nicht fanden. 

 

  

Zwar ist die Touri-Strasse vom Normannenpalast vorbei am Dom bis zur Kreuzung Quadro Canti eben wie eine Touri-Strasse inklusive TukTuk-Fahrern und Pferdekutschen, die Stadtrundfahrten anpreisen. Aber wirklich gestresst hat uns das nicht. Viel anstrengender fand ich die diversen Strassenmärkte, auf denen auch die Palermitaner Dinge des täglichen Bedarfs kaufen. Hier ist es laut, dreckig und eng. Aber das war auch zu erwarten. Dafür haben wir dort sehr leckere Erdbeeren und Artischocken gekauft (Die werden auf Sizilien angebaut, deswegen besonders frisch und lecker). Unsere gewohnte Taktik, einfach in Seitenstraßen abzubiegen, hat sich auch in Palermo gelohnt: Kleine, verwinkelte Gassen mit schiefen Häusern, Minibalkonen und überall gespannte Wäsche zum Trocknen. Dazu hupende Mopeds und schwatzende Menschen aus der Hood. Gemütlich. 

 Dazu haben wir, nachdem wir alle Hauptsehenswürdigkeiten von Außen betrachtet haben und eine italienische Sim Karte erstanden haben, um nicht immer auf Campingplatz-WLAN angewiesen zu sein, endlich Panini und Eis gegessen. Vom sizilianischen Pistazieneis wurde uns schon viel vorgeschwärmt. Zu Recht können wir jetzt sagen, Amelie! 🙂  Ist ab jetzt fester Bestandteil unseres Urlaubseisbechers! 

   

Quadro Canti Panorama

  Die verschieden Eroberer, die sich Sizilien im Laufe der Jahrhunderte unter den Nagel gerissen haben, sehen wir auch in der Stadt und den Bauwerken. Ich verliere schon den Überblick, wer hier alles eine Kolonie errichtet hatte. Die Griechen waren zumindest unter den ersten, häufig ist auch die Rede vom Orient und Byzanz, und einen Normannenpalast, -dom oder Ähnliches gibt es häufiger auf der Insel. Ich muss gestehen, so bewusst war mir vorher gar nicht, wie bedeutend Sizilien in der Geschichte war. Idealer Kolonie-Ausgangspunkt in jegliche Richtungen. Und schon sehr sehr lange besiedelt. Allerdings nie unter der Herrschaft der Sizilianer selber.   

 Kurz vor Ende unseres Palermo-Ausflugs machte sich die Stadt bereit für die Karfreitags-Prozession. Viele Kirchen, in die wir auf unserem Weg blickten, waren bereits mit Blumen und einem Kerzenmeer geschmückt, die Polizei rückte langsam an, um die Straßen zu sperren. Die italienischen Familien, deren Söhne ihre Kommunion oder Firmung feiern sollten, so unsere Vermutung, luden sich in Festtagskleidung aus ihren Autos aus. Leider blieb es bei diesem kurzen Einblick in das kirchliche sizilianische Osterfest, denn uns trieb es weiter an der Nordküste nach Cefalù.

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