Isola delle Femmine oder die Entdeckung der Langsamkeit

Das erste Mal im Bus übernachten und dabei das Meeresrauschen hören, ein kleines bisschen frösteln und die Decke ein bisschen weiter unter die Nase ziehen – und dabei das Gefühl, alles richtig gemacht zu haben. 

 

  Die Fakten: Wir sind in dem kleinen Örtchen Isola delle Feminine, einige Kilometer westlich von Palermo und dort auf dem Platz Camping al Playa. Wie erwartet: Direkt am Meer.
Leider merkt man hier im Ort die Nebensaison und den Verfall. Was überwiegt, wissen wir nicht. Aber trist und dabei irgendwie stillsicher und rau ist es an der Strandpromenade: verrostet, verlassen und ziemlich leer. Auf dem Weg durch den Ort zwischendurch Müllberge, die eher an andere Kontinente erinnern. Besonders schlimm fand ich die überfahrene Katze, an der wir vorbeigeradelt sind: Der süßliche Geruch war selbst im Vorbeifahren sehr deutlich. Sonst aber ein nettes, kleines verschlafendes sizilianisches Dörfchen, wie man es sich so vorstellt. Und der Campingplatz mit Olivenbäumen, auf einer Seite das Meer, auf der anderen die Berge ist wirklich toll. 

 

  Nach den anfänglichen Plänen, schnell weiterzuziehen, sind wir nun doch etwas länger hier. Zum einen, weil wir einen Tag dazu nutzten den Bus und seinen Inhalt zu sortieren, einzukaufen, einfach ankommen und durchatmen. Soll man ja im Urlaub auch mal tun. Zum anderen, weil wir heute den Zug nach Palermo verpasst haben. Und wir sowieso schon so spät dran waren, dass es sich nicht mehr gelohnt hätte. Also morgen Palermo. Und dann wohl weiter nach Cefalu. Dort soll das Wetter besser sein. Heute sind nämlich Wolken aufgezogen und plötzlich waren Wollsocken und dicke Pullis wieder hoch im Kurs. Deswegen müssen wir weiter! 

 

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